Auto fahren auf Ungarns Straßen: Maut, Geschwindigkeit, Verbote
Autofahren in Ungarn ist auf einem gut ausgebauten Streckennetz komfortabel. Allerdings gibt es einige Besonderheiten im Land. Diese gelten vor allem für die (kostenpflichtige) Straßennutzung, den Alkoholkonsum am Steuer und die Park- und Haltemöglichkeiten.
Welche Straßen können die einzelnen Fahrzeugklassen nutzen?
In Ungarn ist das Straßenverkehrsnetz in Großstädten und ihrer Umgebung gut ausgebaut. Doch gerade in ländlichen und abgelegenen Regionen sieht das etwas anders aus. Deshalb sind einige Straßen nicht für alle Fahrzeugarten befahrbar.
Grundsätzlich gilt für Autobahnen, dass sie ausschließlich für Kraftfahrzeuge zugelassen sind, die eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von mindestens 60 km/h erreichen. Fahrräder, landwirtschaftliche Fahrzeuge, Mofas sowie Fußgänger sind dort nicht erlaubt. Auch Fahrzeuge mit sehr geringer Motorleistung oder Sonderfahrzeuge dürfen Autobahnen in Ungarn nicht benutzen.
Auf Schnellstraßen gelten ähnliche Regeln. Hier können einzelne Abschnitte jedoch Einschränkungen haben, etwa durch Gewichts- oder Höhenbegrenzungen. Neben- und Gemeindestraßen sind in vielen Fällen nur eingeschränkt befahrbar. Vor allem hier gibt es Gewichtsbeschränkungen für Wohnmobile und Lkw und Durchfahrtsverbote für Fahrzeuge mit Anhänger.
Muss ich für die Nutzung der Straßen in Ungarn bezahlen?
Eine Zahlungspflicht gibt es auch in Ungarn für verschiedene Straßen, vor allem für Autobahnen und ausgewählte Schnellstraßen. Es gibt kein streckenabhängiges System, sondern eine E-Vignette für Ungarn. Sie ist mit dem Kennzeichen des Fahrzeuges verknüpft und kann alle befahrenen Abschnitte erfassen und die Kosten dafür ermitteln.
Die Vignette gilt entweder für Tage, Wochen, Monate oder sogar für ein gesamtes Jahr. Zusätzlich gibt es regionale Jahresvignetten für einzelne Komitate. Das bedeutet, dass Autofahrer nicht zwingend eine landesweite Vignette kaufen müssen, wenn sie sich nur in bestimmten Regionen bewegen. Ungarn ist in mehrere Komitate (Verwaltungsbezirke) unterteilt, und für jedes dieser Komitate kann eine eigene Jahresvignette erworben werden. Diese berechtigt zur Nutzung aller mautpflichtigen Straßen innerhalb des jeweiligen Komitats, allerdings nur für dieses Gebiet.
Regionale Jahresvignetten sind vor allem für Geschäftsreisende, Urlauber und Pendler empfehlenswert, wenn sie dieselben Strecken befahren. Werden hingegen längere Strecken durch mehrere Verwaltungsbezirke zurückgelegt, ist eine landesweite Jahresvignette hilfreich.
Verbote auf ungarischen Straßen
Wer in Ungarn eine Autobahn nutzen möchte, muss mindestens 60 km/h fahren. Für viele Innenstädte gibt es Durchfahrtsverbote, die vor allem für Lkw und schwere Fahrzeuge gelten. Gerade in der Nacht müssen Autofahrer besonders wachsam sein, denn innerhalb geschlossener Ortschaften darf nicht gerast werden. In dieser Zeit gilt häufig auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung.
Besonders streng sind die Regelungen bei Alkoholkonsum. Anders als in Deutschland gilt in Ungarn die 0-Promille-Grenze für alle Fahrzeugführer. Wer mit Alkohol am Steuer in Ungarn erwischt wird, muss mit empfindlichen Konsequenzen rechnen. Bereits geringe Mengen Alkohol führen zu hohen Geldstrafen, zudem drohen Punkte im Verkehrssünderregister und in schweren Fällen sogar ein Fahrverbot oder der vorläufige Entzug des Führerscheins.
Ein striktes Verbot betrifft auch Wohnmobile und Camping. Übernachten außerhalb offizieller Stell- oder Campingplätze ist nicht erlaubt. Das gilt auch für Feldwege, Parkplätze und in der freien Natur. Auf Rastplätzen sind zwar kurzfristige Pausen erlaubt, aber übernachten ist meist nur zeitlich begrenzt gestattet. Ein absolutes Halteverbot gilt bei Fahrbahnen mit gelber Markierung oder entsprechender Beschilderung. Wer dies nicht beachtet, muss mit Abschleppen und teuren Mehrkosten rechnen.